sammlung 

nonkonformistische kunst aus der sowjetunion

work in progress: Es werden derzeit laufend weitere Werke und Inhalte ergänzt!

Der Beginn der Sammlung nonkonformistischer Kunst aus der damaligen Sowjetunion geht auf einen Zufall zurück: 
 
Hans Buchner leitete in den 1970er Jahren eine Gruppe von Amnesty International (AI), der Georgij Michailow zur Betreuung zugeteilt wurde. Dieser, ein Mathematiklehrer in Leningrad (heute St. Petersburg), unterstützte zahlreiche Künstler, die keine Ausstellungsmöglichkeit bekamen, weil sie von der Norm des sozialistischen Realismus abwichen. Er stellte ihnen ab 1974 seine Einzimmerwohnung zur Verfügung, wo sie ihre Werke jeden Sonntag Scharen von Besuchern zeigen konnten. Als Dank schenkten die Ausgestellten Georgij jeweils ein oder zwei Bilder; als Beleg baten sie ihn, Dias davon anzufertigen. Die Ausstellungen wurden staatlicherseits gerade noch geduldet. Als aber der Plan aufkam, nonkonformistische Künstler in der UdSSR und Exilrussen in Paris in einer gemeinsamen Ausstellung zusammenzuführen, schlugen die Behörden zu.
Unter dem Vorwand, dass das private Anfertigen von Dias ein Wirtschaftsvergehen sei, kam er im September 1979 vor Gericht und wurde zu vier Jahren Lagerhaft in Magadan (im äußersten Osten Sibiriens) verurteilt. Die von Michailow gesammelten 363 Bilder wurden konfisziert und sollten auf Anweisung des KGB vernichtet werden. Der Einsatz von zwei Amnesty-Gruppen in Deutschland und Frankreich sowie von Museumsleuten in vielen Ländern bewirkte, dass ein Bezirksgericht in Leningrad entschied, dass sie nicht zerstört werden durften. Sie kamen in ein Depot und wurden Michailow Jahre später nach einigen Auseinandersetzungen zurückgegeben. Die beiden Amnesty-Gruppen forderten auch öffentlich die Aufhebung oder wenigstens Minderung der Haft und schickten ihm zudem Kleidung für den Winter.
Nach seiner Freilassung im Frühjahr 1983 wurde er im Herbst 1985 erneut angeklagt und am 10. Juni 1986 zu sechs Jahren Straflager verurteilt. Ein internationaler Proteststurm brach los (u.a. Suspendierung der Städtepartnerschaft zwischen Lyon und Leningrad, Intervention von Mitterrand bei Gorbatschow etc.). Daraufhin wurde er nach einem Revisionsverfahren am 30. Oktober 1986 freigelassen. Danach nahm er Kontakt auch zu unserer deutschen AI-Gruppe auf. Er brachte einen Teil seiner Sammlung nach Frankreich und Deutschland, wo Hans und Andreas Buchner zahlreiche Bilder erwarben.
 
Einige Jahre später eröffnete er in St. Petersburg erst eine, dann eine zweite Galerie und erwarb in Tschechien ein Häuschen, das er russischen Künstlern als Refugium zur Verfügung stellte. Ferner gründete er die „Stiftung für freie russische zeitgenössische Kunst“ sowie die Michailow-Galerie, die 1994 in sechs Räumen eröffnet wurde. Rund 500 Künstler aus verschiedenen Bereichen nahmen an den Ausstellungen teil.
In der Sammlung Buchner vertretene KünstlerInnen:

Baibekow

A. Borjescha

Jurij Brusovani

Sergey Frolakow

Slava Jushkow

I.W. Konakow

Piotr Iwanowitsch Lesnych

Lüi-Co

Igor Majorow

Nelly Poletaeva

Georgi Telow

Nikolai Tsarev

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